Einbindeknoten

Das Thema Einbindeknoten ist, wie manch Anderes, ein evergreen des Kletterns.
Nicht nur über den Knoten, auch über das wo man sich einzubinden hat, wird ja gerne und viel diskutiert.
Mir ist das egal, macht was ihr wollt.

Hier nur ein Paar Knoten, Varianten und Hinweise.

Dass eigentlich jeder, der sich „Kletterer“ schimpft, beide Knoten, also doppelter Achter UND doppelten Bulinknoten beherrschen müßte, da er ja sonst kaum vernünftig einen Partnercheck durchführen kann, wenn wer mal mit Anderen Klettert, sollte ohnehin zu denken geben.

Wer z.B. mit mir das erste mal mit Halbseilen klettert, schaut meist sehr irritiert auf meine beiden Anseilknoten, weil ich in dem Fall z.B. persönlich den „double bowline“ verwende, eine „böse“ amerikanische Version, die in D maximal 1% der Kletterer kennen, und der eben nicht dem doppelten Bulin entspricht !
Klar kann man genauso den gesteckten Achter verwenden, ich übe eben gern auch mal andere Knoten, immer das selbe wird mir persönlich auch schnell langweilig.

natürlich binde ich mich mit Halbseilen parallel durch Hüft- und Beinschlaufensteg ein, nicht wie auf dem Bild am Anseilring.
Und das hat auch gar nichts mit Sicherheit zu tun, sondern hat praktische Gründe, meine Anseil/Sicherungsschlaufe benötige ich in Mehrseillängen für z.B. Sicherungsaufgaben, da stören mich Seile einfach. In der Halle ist das dagegen viel zu umständlich und unnötig.


Und auch der Achterknoten hat als Anseilknoten seine Vorteile, gar keine Frage, will man in einer Seilschaft den ganzen Tag in vielen Seillängen verbunden bleiben, wird der Nachteil des Achters, dass er relativ schwer wieder aufgeht, auch zum Vorteil. Den zieht man am Kletteranfang ordentlich fest, und wenn das Seil nicht absolut neu ist, bleibt er auch ziemlich zuverlässig zu.
Bei sehr glatten neuen Seilen, kann man den Achter, bzw. jeden Knoten auch mit einem Sicherungsschlag noch einmal hintersichern, löst sich der Sicherungsschlag, bekommt man das idR mit, und macht in bei Gelegenheit neu.

Im Sportkletteralltag dagegen, mit permanentem Ein-und Ausbinden sowie ständigen Stürzen, ist mir der Achterknoten definitiv zu doof, und ich mache den nur sporadisch, bzw. meist um ihn vorzuführen, da ja eben der Anfängerknoten.

Grundsätzlich gilt jeder korrekt geknüpfte Knoten (der im Klettersport hierfür geegnet ist), ist sicher. Auch wo man sich einbindet spielt in der Realität einfach keinen Tango, auch nicht an Klettergurten, die vom Hersteller nicht für das Einbinden am Verbindungssteg vorgesehen sind, muss dieser die Norm EN 361 für Klettergurte erfüllen, und wird daher immer halten.

Die Unfallgefahr Nummer 1 in den Hallen ist meiner Meinung nach die stete Ablenkung, viele reden, rufen, Kinder schreien, man begrüsst sich, usw.
Häufig werden Knoten schlicht nicht ganz fertig geknüpft, und wenn dann noch der Partnercheck in der Routine vergessen wird, ist beim Achter die Sache schlicht akut gefährlich, der hält halbfertig so lange, bis er genug belastet wird, oft am Top, der höchsten Stelle der Route.

Wenn ich daher am Umlenker ankomme und noch genug Reserve dafür da ist, schau ich noch mal an meinen Gurt, ob der Knoten in Ordnung ist, bevor ich loslasse.
Selbiges insbesondere an Selbstsicherungsautomaten kein Fehler.

Partnercheck ist super wichtig, aber der Selbstcheck mindestens genauso wichtig, wenn nicht sogar wichtiger. Kletterpartner können wechseln, sich selbst zu kontrollieren schadet nie, obs der Andere immer tut ? Viele Unfälle zeugen vom Gegenteil.

Bevor ich losklettere habe ich i.d.R. alles doppelt gecheckt, auch wenn der Zuschauer davon evtl. gar nicht mitbekommen hat. Offensichtliches rumgezupfe und gezerre spare ich mir außerhalb von Ausbildungssituationen auch meistens.

Nachdem ich mich eingebunden habe, schaue ich mir meinen Knoten selbst noch mal an, verfolge das Seil an dem ich hänge zum Sicherungsgerät des Partners, ob es dort in den richtigen Seilkanal geht, dann schaue ich mir die Linie an, in die ich einsteigen möchte, bereite mich mental vor, usw.
Und unmittelbar bevor ich in die Route einsteige, prüfe ich ein zweites mal meinen Knoten, meine Sicherung, das Sturzgelände, Position des Sichernden, bereitgestelltes Schlappseil für den ersten Klipp, und ggf. outdoor das Seilende ! Ganz wichtig wird leider von fast Allen die nur in Hallen klettern chronisch vergessen.
Meine Taktik Outdoor ist da ganz einfach, auch im Sportklettergarten, gehe ich wie im Alpinen Gelände vor, und verlange dass mein Sicherer sich einbindet, bevor ich einsteige, auch hier schauen evtl. neue Kletterbuddies etwas befremdet, das ist mir aber egal, beide Seilenden gehören an die Gurte, heisst ja nicht von ungefähr Seilschaft.

In diesem Sinne Berg Heil

Grivel Clepsydra/K10G S Twingate im Test

Nach dem Clepsydra K10G von Grivel, den ich sehr gerne in der Halle benutze, hat Grivel eine kleinere und leicht veränderte Version auf dem Markt gebracht, nennt sich Clepsydra S. Das „S“ steht vermutlich für small = klein, und deutlich kleiner ist der Clepsydra S auch.
( Nachdem es einen „S“ gibt, dürfte der „Ur“-Clepsydra nun als „L“ = Large bezeichnet werden ?)


Was hat sich geändert ? Am Augenscheinlichsten, nach der Größe, ist dass das äußere solid Gate durch ein Wire Gate ersetz wurde, ich nehme an, um dem Ausleiern der Feder am K10G L dort zu begegnen.
Nach wenigen Jahren schliesst das äußere Gate nicht mehr selbstständig, was sehr Schade ist, ich habe zwar einen K10G L auch nach 4 Jahren noch von Grivel ersetzt bekommen, aber das lief eher über Vitamin B, als über den regulären Kundenservice.

Als nächstes wurde der Anschlag am „S“ neu designed, das allmählich eckiger werdene Profil am K10G, verhängte sich ganz gern an mancher Geräteöse, die neue „Flosse“ am „S“ funktioniert bei mir in den drei Monaten Nutzung aber dagegen bisher tadellos.
Die Spannung des außenliegenden Wiregates ist allerdings auch heftig, einhändig hinten am Gurt anhängen ist nun deutlich mühsamer, aber wenn dafür das Gate nicht mehr ausleiert, wir werden sehen, soll es mir recht sein.

Clepsydra (K10G) S li. / Clepsydra (K10G) L re.
Large und Small im Vergleich, Grivel Clepsydra Twingate K10G

Demnächst…

Der alljährliche kletterausrüstungseinkauf ist demnächst abgeschlossen, neben dem Ersatz in die Jahre gekommener Dyneema Express und Rundschlingen (Charge 2013), gibt es relativ wenig wirklich neues. Außer dass ich mich nun auch dem technischen Klettern zuwende, um ein 8er erst einmal mit neuen Schlaghaken zu versehen, den ich mir als Projekt ausgesucht habe. Der ausschliesslich mit alten Felshaken gesicherte Weg wird dazu erst einmal technisch begangen werden, um die vorhandenen Schlaghaken zu prüfen und ggf. neu(e) zu Schlagen. (…)

Dann gibt es noch eine Rezension über das Blöckle in Ravensburg zu schreiben.

Zu testendes Material gibt es eher relativ wenig, neu auf den Markt gekommene Sicherungsgeräte sind es nicht Wert getestet zu werden, außer dem Revo, was ich bereits kurz rezensiert habe.
Und dann natürlich ein paar Kleinigkeiten für das technische Klettern, Fifi, Haken, Leiter, usw.
Wer mir noch günstig Haken verkaufen mag 😉

Soweit als Gedankenstütze für mich 🙂

Klettern am Battert

Ich habe die Gelegenheit genutzt, um in das Klettergebiet bei Baden Baden zu fahren. Wir waren auf dem Weg von Frankfurt nach Hause, da war es ein lohnender Abstecher.
Die Battertfelsen sind geologisch bereits eine Besonderheit, und erinnern etwas an teilweise leicht rötlichen, verwitterten Beton.
Porphyr Konglomerat ist die offizielle Bezeichnung unter Kletterern, die aber eigentlich auch wenig aussagt, da sowohl Porphyr als auch Konglomerat Oberbegriffe sind.

Die Battertfelsen bestehen aus ungefähr horizontal geschichteten Sedimentgesteinen des Oberrotliegend. Diese entstanden vor ca. 299–251 Millionen Jahren. Im Gegensatz zur Umgebung wurden die Steine des Battertfelses entlang einer in Ost-West Richtung verlaufenden Störungszone vor ca. 35 Millionen Jahren verkieselt. Durch diese Verkieselung wurde das Gestein widerstandsfähiger gegen Erosion und ragt deshalb als markante Felswand hervor.

https://de.wikipedia.org/wiki/Battert

Von der Hohen Wand auf die Türme ( Cima della Madonna (re)/ Sass Maor(li.) )

Der Doppelgipfel mit den klingenden Namen gehört zu den Prunkstücken des Gebiets – so wie die Vorbilder in der Pala-Gruppe. Die beiden Türme sind rundum zu beklettern und bieten nordseitig zur Falkenwand hin ein ideales Rückzugsgebiet für heiße Hochsommertage. Auch an der Westseite der Cima della Madonna lässt es sich dann noch lange aushalten. Die Cima della Madonna ist der schlankere, vom Tal gese- hen linke der beiden Gipfel. Dem massigeren Sass Maor ist südlich (talseitig) ein Turm vorgelagert, der gute zehn Höhenmeter unter den eigentlichen Türmen fußt ) Der „Schusterkamin“ trennt den Vorturm vom Sass Maor, östlich schließt sich an den Vorturm die Frühstückswand an.

https://zlag.vertical-life.info/en/crags/ed9daad5b8dba7f5131d6a8251791393
Jaja, ich und mein Kaffee 🙂
Verklettert, musste ein Stück zurück klettern, und wurde beim Pause machen sofort ungefragt abgelichtet 🙂
Tradlinie „Trunkenbold“, kaum sichtbare Begehungsspuren an dem sehr harten Gestein machte die Linienfindung am Anfang etwas schwer. Erst ganz links hoch, dann ganz rechts, passte noch weniger zur angebenen Schwierigkeit, nochmal zurück.
Erneut links hoch, bis in eine Sackgasse, wieder einige Meter zurück und bei der anschliessenden Pause und Weg Sucherrei, entstand das Bild.
Die Linie ging dann von der Stelle schräg nach rechts oben weiter… wenn man es einmal weiß isses einfach…
Sehr chillige Kante am Top der „Trunkenbold“, kann man herrlich bequem nachsichern.
Standplätze am Battert scheinen übrigens auch nicht redundant ausgeführt zu sein, in dem Fall war es zumindest ein einzelner Bühler.
Kritisch von den Eidechsen beobachtet.
Abseilen, einpacken nach Hause gehen, aber wir werden sicher wiederkommen. Tolles Gebiet.

Leider haben wir bei unserem ersten Besuch die gesuchte Falkenwand nicht sofort gefunden, auch wenn wir sie lustigerweise fotografiert haben (s.o.), und aus Zeitmangel eben begangen, was spontan Plaisiertechnisch vor der Nase lag, bzw. uns die dort angetroffene Seilschaft empfohlen hat.
Wir werden bestimmt noch öfter an den Battert fahren. Als Abwechslung zum ewigen Kalk einfach super.

Eindrucksvolle Luftaufnahmen vom Battert.

Besuch Kletterbar Offenbach

Zum zweiten Mal, hat es mich nach Offenbach verschlagen, und ich habe auch wieder in der Kletterbar trainiert.
Zum Glück war meine Frau dabei, die zweite Selbstsicherungsanlage in der Haupthalle war wohl defekt, sprich zur Wartung entfernt.
Die vielen Topropeseile sind etwas nervig, aber andere (Bundes)Länder, andere Sitten 😉
Super viele Sitzgelegenheiten, drinnen und draußen, vorbildlich.

Schreyfels, Opakante, jährliche Pflichttour

Am Mittwoch den 17.06.2019, abends um 19 Uhr, also nach der Tageshitze sind wir die Opakannte gegangen. So spät im Jahr war es bisher selten, und der kleine Schleichweg zum Fels bereits übel zugewuchert.


Völlig zugewucherter „Bergwachtweg“
Die Aussicht vom Schreyfels ins Donautal nach Südwesten

Wir waren nicht die Einzigen mit dieser Idee, und standen hübsch im Stau, das Bild ist aus 2018, wir waren erst um kurz vor 22 Uhr in der Dämmerung oben.

Sicht nach Osten zur Burg Werenwag bei einsetzender Dämmerung.

Megajul (Edelrid), Sicherungsgerät, Autotuber

Das Megajul ist ein filigranes Edelstahlguss Gerät, das recht schlicht und unscheinbar daherkommt, aber in jeder Disziplin verwendet werden kann.
Toprope, Vorstieg, Abseilen, Alpin und das bei nur 65g kommt es mit Seilen von 7,8 mm – 10,5 mm zurecht.
Für noch dünnere Zwillingseile gibt es speziell das prinzipiell baugleiche Microjul.

Bedienungsanleitung (video) von Edelrid

Ab Minute 1.08 meine empfohlene Ablassmethode „Drehmethode“, man hat damit mehr Kontrolle um sehr präzise die Reibung zu variieren, ergo ist so gleichmäßiges Ablassen einfacher.

Das Mega Jul reagiert recht empfindlich auf den verwendeten Karabiner, so funktioniert es leider nur bedingt mit meinem Lieblings-Sicherungskarabiner, dem K10G von Grivel. An diesem Karabiner verhindert der leicht eckig werdende Karabinerquerschnitt an der Seite manchmal, dass sich das Megajul vollkommen in die Blockierposition drehen kann. Zwar bremst es dann immer noch sehr stark, kann aber das Seil nicht komplett abklemmen. (Nur um es erwähnt zu haben)

Aus diesem Grund und weil es mit alten dicken Hallenseilen echt nervig zu nutzen ist, hängt es nur noch Zuhause im Schrank, oder liegt als Ersatzgerät ganz unten im Rucksack. Hat es aber eigentlich nicht verdient.

Andere Karabiner können grundsätzlich genutzt werden, es sollten aber bitte dann doch welche mit Verdrehschutz sein, und die Drehung nicht, wie beim z.B. „belay master“, verhindern !

Fazit:

Das Mega Jul kann alles, aber leider auch nichts perfekt. Es ist aber durchaus die erste Wahl für Kletterer, welche nicht verschiedene Sicherungsgeräte kaufen wollen, bzw. ein echt gutes und günstiges Gerät suchen, mit dem Sie in der Halle und am Fels alles machen können. Für „echte“ draußen Kletterer gibts je nach dem was genau gemacht wird besseres… klassische Tuber, usw.

Wichtiger Hinweis für die Benutzung des Megajuls zur Nachstiegsicherung im Video. Der Karabiner darf sich nicht um 180 Grad drehen können, da dies die Blockier-/Bremsfunktion komplett aushebelt.